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Wallfahrt zur Kirchenweihe Turja Bistra und Einweihung der Ausbildungstischlerei in Demidovka vom 20.-25. Juli 2006 in die Ukraine

"Brotzeit" auf der Staße
Krakau, Kirche Sr. Faustina
Krakau, Kirche innen
Eine Sr.und Dieter Cormeau
Gruppenfoto Kraukau Kirche
Tschensdochau, Teilgruppe
Ankunft in Demidovka
Empfang der deutschen Delegation durch Direktor Bogdan Tkatschuk
Brot und Salz
Beginn der Einweihung
P.Anatoly u. P. Bonifazius
Reisegruppe
Segnung der Räume mit Weihwasser
P.Bonifazius und P. Anatoly im Gespräch
P.Anatoly, orthodoxer Priester Demidovka
Bernhard Thoma, Dir. Tkatschuk
Musterlehrstück Zimmertür
Maschinenraum
Segnung der Räume mit Hl. Öl
P.Bonifazius beim Schlussegen
Festtafel
Festessen deutsch/ukrainischer Austausch
Empfang in Turja Bistra
Fahnenabordnung
P.Bonifazius, Ortspfarrer Marco
Blumen für die Gaste
Brot und Salz zur Begrüßung
Alles im Festtagsgewand
Die Ankunft der Wallfahrer
Ein Erlebnis fürs Leben
Aufbruch
Prozession
Empfang des Bischofes
Bischof Milan Sasik
Begrüßungsworte
Weihe der Glocke
Die Feierlichkeiten beginnen
Die Waschung des Altares
Einweihung des Altares
Kirche innen
Segnung mit Hl. Öl
Prozession um die Kirche
Evangelikar
Gäste im Freien
Momentaufnahme
Glocke
Deutsche Wallfahrtsgruppe
Kirchenchor

Ein Erlebnisbericht von Josef Werner, Recklinghausen
Fotos: Dieter Cormeau, Landshut, und B. Thoma KfdO

Wie eine Kirche entsteht, vom Grundstein zum Kirchenturm >>

Des Hilfswerkes „Kirchen für den Osten“ hat alle Spender, Freunde und Förderer zu einer Wallfahrt vom 20.-25. Juli 2006 in die Ukraine eingeladen.
Die Teilnehmer dieser Wallfahrt erleben eine freudige, harmonische, von Einheit und  Frömmigkeit getragene  Fahrt, die von allen als ein bleibendes Erlebnis in Erinnerung angesehen wird. Es ist eine anstrengende und anspannende Reise die mit  gegenseitiger Rücksicht und Hilfe in Einmütigkeit und – wie der Berichterstatter meint – mit religiösem Tiefgang den Namen Wallfahrt verdient. Wir hören persönliche Zeugnisse einzelner über  Wirkungen von Gebeten, vornehmlich des Rosenkranzes, von ausgeführten sozialen Hilfsmaßnahmen  und größeren humanitären Projekten in Krisen- und in realen Kriegsgebieten ohne persönliche Selbstdarstellung, ohne Schulterklopfen. Kurzgefaßt, eine Wallfahrt wie es für und von interessierten und aktiven Christen kaum ständig erbracht werden kann. Dabei sind im Bus Teilnehmer aus Bayern, Franken, Schwaben, Rheinland, Norddeutschland, Westfalen und aus der Schweiz anwesend. Die alltägliche hochsommerliche Außentemperatur betragen in dieser Zeit von 27 Grad C bis zu 38 Grad C, eine heiße Angelegenheit.


Donnerstag, 20.07.2006

Am Donnerstag, den 20.07.06 beginnt die Reise kurz nach sechs Uhr in Rohr i. NB, in kurzer Entfernung des dortigen Benediktinerklosters. Nach wenigen Kilometern sind wir auf der Autobahn. Reiseleiter Bernhard Thoma, 2. Vorsitzender des Vereins Kirchen für den Osten e. V., begrüßt alle Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz, erläutert den Reiseverlauf und den heutigen Tagesabschnitt. Ein besonderes Willkommen spricht er dem geistlichen Begleiter, Herrn Pater Bonifatius O. Cist. vom Orden der Zisterzienser aus dem Kloster Bochum Stiepel, zu. Pater Bonifatius bedankt sich, macht  einige Angaben zu seiner Person geht durch den Bus und begrüßt jeden Teilnehmer persönlich und führt so mit jedem der es wünscht, ein erstes kurzes oder längeres Gespräch.

Dann stellt Pater Bonifatius den Wallfahrtsort  Stiepel vor. Wallfahrten gibt es dort seit mehreren hundert Jahren zur „Schmerzhaften Mutter von Stiepel“. Pater Bonifatius gibt Informationen zumKloster Stiepel, zur Geschichte der Entstehung und zu dem, was bis heute daraus geworden ist: ein bedeutsames religiöses Zentrum im Ruhrgebiet.

Es folgt das Morgenlob mit Gebet und Gesang. Die geliehenen „Gotteslob“ aus Stiepel sind dabei recht nützlich.

Gegen 11.30 Uhr ist eine weitere Pause auf einem Rastplatz bei Dresden. Das Thermometer zeigt hier 37 Grad C.

Mittags, genau zwölf Uhr, beten wir den „Engel des Herrn“.

Wir erreichen die Grenze zu Polen. Deutscher und polnischer Zoll kontrollieren gemeinsam im Bus, sammeln die Pässe ein, und bemerken an einen Pass offensichtlich gewisse Mängel. Der polnische Zöllner stimmt dem deutschen Zöllner zu. Nach mehr als einer halben Stunde sind alle Pässe im Büro geprüft, werden an die Reisenden zurückgegeben, der Inhaber des vorgenannten Passes wird heraus gebeten, kommt dann zurück, nimmt sein Gepäck vom Platz und sagt „Für mich ist die Reise zu Ende“. Der Bus fährt ab – ohne diesen Teilnehmer.

Bernhard Thoma spricht über unser heutiges Tagesziel an: Tschenstochau. Die Umfrage zeigt, etwa die Hälfte der Wallfahrer war noch nicht dort.  Tschenstochau ist der wichtigste Wallfahrtsort Polens, zählt zu den weltweit größten Marienwallfahrtsorten. Am Hauptaltar wird während des ganzen Tages die Hl Messe gefeiert. Dazu kommen die vielen Nebenaltäre an denen auch zelebriert wird.

Unser zweites Ziel ist das Kloster in  Krakau – Lagiewniki, - das Sanktuarium der Göttlichen Barmherzigkeit -  in dem die heilige Schwester Faustine lebte und ihre Eingebungen erhielt. Dieses Heiligtum ist nur ganz wenigen bekannt.  Wir lernen den „Rosenkranz der göttlichen Barmherzigkeit“ kennen und beten ihn dann täglich um  drei Uhr nachmittags, der Sterbestunde  des Herrn.

Es wird ein Film über den Bau der Versöhnungskirche in Piski gezeigt, die im September 2004 eingeweiht wurde.  Diese Einweihung erfolgte durch Pariarch Filaret, dem Patriarchen der Orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats.

Gegen 18.00 Uhr sind wir in Tschenstochau angekommen. Der Parkplatz ist noch zur Hälfte gefüllt. Pater Bonifatius eilt rasch über den Platz, an den PKW`s vorbei, über die Straße, den weiten Weg  auf dem Klostergelände entlang, durch die zwei Kirchen  in die zwischen den Kirchen befindliche Sakristei. Ein Sakristan zeigt mir einen Seitenaltar und eine Nebenkapelle, zu der es etwa sechs Stufen hinaufgeht. Ich wähle die Kapelle. Schon eilt mir eine Ordensfrau, eine Sakristanin, voraus und schiebt einiges am Altar dieser Kapelle hin und zurück,  es geht zurück zur Sakristei. Pater Bonifatius hat in der Sakristei das Priestergewand angelegt und wird zur Kapelle geleitet. So feiern wir die erste hl. Messe auf unserer Wallfahrt.

Das Singen klappt jetzt vorzüglich und Pater Bonifatius hat das „Gesangstempo“ schon auf das gute Maß von Stiepel nachgebessert.

Nach der Messe besichtigen wir kurz das gesamte Heiligtum, aber viel Zeit bleibt uns nicht, denn wir wollen noch bis Kattowitz. Auf dem Weg zum Bus meint jemand „er ist auch ein marianischer Priester, und es ist ein Glücksfall dass Pater Bonifatius bei uns ist“.

Ein anderer Bayer/Schwabe sagt in entsprechender Mundart „er ist schon erzkatholisch, wir brauchen ihn nicht von katholisch zu erzkatholisch bringen, nein, er ist  schon gut und brauchbar und ein Segen für uns.“

Wir fahren noch bis Kattowitz zum Kloster der „Schwestern Mägde Mariens“, wo wir übernachten. Diese Fahrt dauert etwa 2 Stunden, durch das Suchen und Fragen in der Stadt sind wir mit erheblicher Verspätung nach zehn Uhr da. In dem riesigen Gebäude mit vielen Winkeln und Ecken ist es schwer sich zurecht zu finden. Die Schwestern haben für uns das Abendessen vorbereitet.  Alle sind froh  am Tisch zu sitzen.

 

Freitag, 21.07.2006

Der Freitag  beginnt um sieben Uhr mit einer Hl. Messe in einer kleinen Kapelle, jedoch für uns ausreichend groß. Einige Wallfahrer waren schon früher in der Hauptkirche des Klosters, wo die Schwestern das Stundengebet verrichten. Hier sieht man rund fünfzehn jüngere Frauen in Ordenstracht ohne Kopfbedeckung, eine größere Zahl mit weißer Haube und auch etwa zwanzig Ordensfrauen  in voller Ordenstracht.

Eine Schwester erzählt mir wie sie bei der deutschen Besatzung in der Schule Deutsch lernen mußte, dann nach vierundvierzig wieder polnisch unterrichtet wurde. Der Orden hat Häuser in Uganda und anderen afrikanischen Ländern, auch in Rheine und in Köln.

Nach dem Frühstück fahren wir nach Krakau zur Hl Faustina. Uns wird von einer Ordensfrau in einer Kapelle ein Vortrag über das Leben der Schwester Faustina gehalten, über die Schauungen und die Verbreitung des Barmherzigkeitsrosenkranzes. Eine besondere Bedeutung hat der von Papst Johannes Paul II aufgrund dieser Ereignisse eingerichtete Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit, der am Sonntag nach Ostern in der gesamten Kirche gefeiert wird. Schwester Faustina wurde von Johannes Paul heilig gesprochen.. Die Schauungen und Mitteilungen an die Welt sind keine Neuigkeiten. Zur Barmherzigkeit ruft uns schon die Schrift auf. Barmherzigkeit triumphiert über die Gerechtigkeit. Diese Haltung ist besonders in unseren Tagen gefordert. Es ist Liebe, die keine Bedingungen stellt.

Wir gehen in die alte Wallfahrtskirche, finden eine voll geschmückte Kirche vor, mit sehr vielen Dankestafeln für erhaltene Hilfen. Vorn links sind in einer Glasvitrine mehrere Knochen der Schwester Faustina zur Verehrung  ausgestellt.

Auf dem Rückweg zum Bus sehen wir die neu errichtete Wallfahrtskirche, riesengroß, in hellen freundlichen Farben vor uns. Diese Kirche wurde von Johannes Paul im Jahre 2000 geweiht. Es ist eine der größten Kirchen in Polen. Mit dem Lift besteigen wir den Glockenturm. Wir haben einen hervorragenden Blick auf die Umgebung. Wir sehen auch das ehemalige Degussa – Werk, in dem Johannes Paul als junger Mann unter deutscher Führung etwa ein Jahr lang arbeiten mußte.

Wir fahren weiter Richtung Grenze zur Ukraine. Die täglichen Gebete, einschl. Laudes und Vesper, sind nun schon eingeübt. Vorbeterinnen und Vorbeter wechseln sich ab. An den Straßen sind an vielen Stellen die Bauarbeiten in vollem Gange. Das bringt Ampelbetrieb und Stau. Am Nachmittag brauchen wir drei Stunden um achtzig Kilometer weiter zu kommen. Gegen sechs Uhr sind wir an der Grenze. Für beide Seiten benötigen wir zusammen mehr als drei Stunden Zeit und das bei nur wenig sinkender Außentemperatur. Wir sind in der Ukraine und stellen unsere Uhren auf die lokale Zeit ein, um eine Stunde vor.

Am Ortsrand von Lemberg ist das Hotel nicht leicht zu finden. An einer Tankstelle wird ein Lotse gefunden, der uns auch gut zum Hotel leitet. Wir sind in Lemberg, einer Stadt mit 1,6 Millionen Einwohnern, mit wechselvoller Geschichte in den vergangenen einhundert Jahren: Österreich – ungarisch, polnisch, deutsch besetzt, russisch, jetzt nach Kiew die zweitgrößte Stadt der Ukraine.

Trotz unserer späten Ankunft nach Mitternacht erhalten wir im Hotel ein Abendessen. Wir treffen hier auf weitere Kirchenbauer, die per PKW oder Flugzeug angereist sind, u. a. auf den Kassierer des KfdO, Herrn Paul Guter. Auch Victor Niedermeyer aus Kaliningrad / Königsberg ist mit seiner Ehefrau gekommen. Er spricht russisch und deutsch, arbeitet als Bauleiter für KfdO. Auch Erich Bundschuh mit Ehefrau und Mitarbeitern sind da. Nur durch die Arbeit der Firma Bundschuh konnte die Holzarbeit in Turja Bistra ausgeführt werden.

 

Samstag, 22.07.2006

Am Samstag fahren wir nach dem Frühstück in Richtung Demidowka. Hier soll an der Staatlichen Berufsfachschule Nr 25 die von KfdO gelieferte Tischlerwerkstatt feierlich eingeweiht werden. Direktor Tkatschuk gegrüßt die Gäste, führt durch das frisch gestrichene Schulgebäude, dann gehen wir zur Tischlerei.

Hier ist mitten im Maschinenraum ein Altartisch aufgestellt. Der örtliche Pfarrer Anatoly der Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats leitet die Weihehandlung und bezieht Pater Bonifatius in angemessener Weise mit ein.

In der Mitte des Tisches ist eine Halbkugel aus Brot, in dieser ist eine dünne lange Kerze, wie sie in der orthodoxen Kirche üblicherweise genutzt wird, hineingesteckt.  Der Pfarrer gießt aus einer Literflasche das Weihwasser in eine Schale. Dann folgt das Anlegen der Priestergewänder, zuletzt wird die sehr breite schwer wirkende zusammengefaßte Stola angelegt. Der Pfarrer bittet unseren Pater Bonifatius, der seine Stola schon trägt, zum Altartisch zu kommen. Pater Bonifatius ist etwas überrascht und sagt: mir fehlt mein Buch, es ist im Bus. Darauf jemand aus unserer Gruppe: „Sie brauchen jetzt  kein Buch, Sie haben heiligen Geist“.

Und schon beginnt die Weihehandlung. Die Kerze im Brot wird unter lauten Gesang des Pfarrers angesteckt. Gebet und Gesang wechseln sich ab, zwei weitere Kerzen werden an dieser Kerze angezündet. Es wird ein Evangelium aus einem separatem Evangelienbuch verlesen. Pater Bonifatius hält dabei in jeder Hand eine brennende Kerze, am Schluß wird auch Pater Bonifatius das Evangelienbuch zum Kuss hingehalten.

Dann folgt eine Ansprache des Pfarrers, dann ein Gebet und eine Ansprache von Pater Bonifatius. Thema: Josef der Zimmermann, Jesus der vermutliche Lehrling bei Josef. Es folgt eine Segnung mit  reichlich Weihwasser an die Umstehenden, dann Weihwasser auf den Hallenboden, an die Decke der Halle, dann erhält unser Pater den Weihwassersprenger, diesen recht starken Pinsel und besprengt ebenfalls die Zuschauer. Seine Mimik zeigt, es ist ihm  offensichtlich zuviel Weihwasser, was die Umstehenden abbekommen.

Der Pfarrer nimmt erneut den  Sprenger, taucht ihn tief ins Wasser gibt unserm  Pater ein Zeichen, eilt von Wand zu Wand und besprengt diese unter lautem Gebet, besprengt die Maschinen, eilt in den Nebenraum, der noch im Bau ist, gibt Pater Bonifatius den Sprenger, und Pater Bonifatius sprengt hier den Boden, die Decke und die Wände, man eilt zurück zum Altartisch. Extra reichlich Weihwasser haben die Türen erhalten und da besonders die Türpfosten. Leider haben die Übersetzerinnen nichts gesagt, so dass wir aus Deutschland und der Schweiz nichts verstanden haben. Dann folgt die Salbung mit Öl.

An vielen Stellen, an Wänden, Türen, Türpfosten und an Maschinen  wird mit einem dünnen Pinsel geweihtes Öl in Kreuzesform aufgetragen. Und das alles in schnellem Schritt. Die Fotographen können kaum folgen. Zum Abschluß werden noch einmal Gebete gesprochen, es erklingen weitere Gesänge. Auch unsere Wallfahrergruppe beschließt die feierliche Handlung mit einen Lied als Lob und Dank.

Mehrere aus unserer Gruppe sagen, das war echte „Ökumene von unten“.

Wir gehen über das Gelände und sehen hier teilweise verfallene Gebäude, kaum brauchbare Landmaschinen und anderes Geraffel. Es geht am Sportplatz vorbei und gelangen in eine große Halle, der Aula, wo für uns ein umfangreiches ukrainisches Essen vorbereitet ist. Wein, Bier und Wodka fehlen nicht Auch die ukrainischen Gastgeber mit Pfarrer, Direktor, Bürgermeister, Landrat und zwei städtischen oder staatlichen Wirtschaftsförderern nehmen teil. Das Essen wird mit Gebet eröffnet. Es werden Ansprachen gehalten. Für KfdO spricht Paul Guter und Bernhard Thoma.

Während sich in der Aula die gesamte Gesellschaft erfreut, bittet Direktor Tkatschuk zu einem Gespräch. Thema: Weitere gemeinsame Entwicklungsschritte. Es werden Projekte angesprochen und vom Direktor wird ein Ranking vorgegeben:

1. Rapsöl herstellen

2. Fleischverarbeitung und Wursterzeugung

3 Spezialwerkzeuge für die Fensterproduktion

4. weitere verschiedene Projekte, die noch nicht überschaubar sind.
 
Wir verlassen Demidowka. Der Vorstand, Bernhard und Paul, sind sich sicher hier eine gute Ausbildungsmöglichkeit für Tischler geschaffen zu haben. Im weiteren Kirchenbau werden  qualifizierte Fachleute aus der Ukraine gebraucht, um den Einsatz von Fachkräften aus Deutschland zu vermeiden. In Demidowka sollen Fachleute herangebildet werden, die dann von KfdO sicher beschäftigt werden können.. Die aktuelle Nachfrage nach Gebäuden wie Kirchen, Pfarrhäusern, Gemeindehäusern usw. kann aktuell auch wegen fehlender Fachleute nicht in angemessener Weise erfüllt werden. 

Die vom Direktor genannten Folgeprojekte sind nicht die primären Ziele von Kirchen für den Osten. KfdO  wird andere private Entwicklungsvereine / Stiftungen hierzu ansprechen, die in diesen Bereichen ihren Schwerpunkt haben und auf die guten Voraussetzungen in Demidowka hinweisen. Dabei denken wir z.B.  an die „Stiftung Menschen in Not“ in Castrop Rauxel, den Verein „St. Nikolaus e. V.“ in Warendorf.

Unsere Reise wird fortgesetzt durch das Karpatengebirge. Wir sehen eine herrliche Landschaft und erreichen so das Hotel in der Nähe von Turja Bistra. Es ist ein echtes Urlauberhotel in schöner Landschaft mit allem Zubehör, den man in Westeuropa dazu erwartet.
 


Sonntag, 23.07.2006

Am Sonntag fahren wir mit dem Bus die letzten zwanzig Kilometer nach Turja Bistra zur Einweihung der neuen Kirche.  Beim Aussteigen sehen alle die Kirche zum erstenmal und finden sie sehr schön in Form und Farbe. Natürlich ist noch einiges an den Außenanlagen zu tun. Aber die Kirche ist zur Einweihung fertig.

Einige Fußgruppen sind schon da, andere sammeln sich an der Schule. So gehen auch wir zur Schule um Bischof Milan Schaschik, Bischof von Uzgorod der Griechisch – Katholischen Kirche abzuholen. Es dauert zwei oder drei Minuten und viertel vor zwölf fährt der Bischof vor. Von Vertretern der Gemeinde, von Kindern, die Gedichte vortragen und Brot und Salz überreichen, und dann von Priestern wird der Bischof kurz begrüßt.

In Form einer Prozession gehen alle die wenigen hundert Meter  in Richtung Kirche. Man sieht viele Fahnen und  Vortragekreuze. Alle sind festtäglich gekleidet. Auch Abt Ivan Maykowitsch vom Basilianerkloster Buchach begrüßt einige, die er persönlich kennt.

Die Kirchweihe beginnt um zwölf Uhr mit der Weihe der Glocke. Aus Stahlträgern hat man einen Glockenstuhl errichtet und so die Frage nach dem Standort der Glocke gut gelöst. Die Glocke wird mit Weihwasser besprengt, heiliges Öl wird in Kreuzesform aufgetragen, dann wird der Glockenklöppel in gleicher Weise mit Weihwasser und Öl noch einmal separat geweiht. Der Bischof läutet nach der Weihe als erster, dann der Dechant, der Pfarrer und mehrere weitere Priester und nicht ganz als letzter unser lieber Pater Bonifatius.

Nach den Priestern läutet der Küster der Gemeinde, dann schließen sich viele an, auch viele der deutschen Gäste. Mancher griff mehrmals hin, weil er nicht sofort das Glockenseil der schwingenden Glocke zu fassen bekam. So wurde recht lange geläutet. Dabei war die Kirche bereits gestopft voll. Auf dem Kirchplatz hat man Lautsprecher aufgestellt damit alle Umstehenden die Gebete und Gesänge gut hören können. Hinter der Kirche, auf der angrenzenden Weide, wird auch während der Weihehandlungen gebeichtet.
 
Der Meßfeier geht die Kirchweihe voraus. Nach Gebeten und Segnungen  im Innern der Kirche, der rituellen Reinigung der Altarplatte mit Wasser und Wein, folgt die Prozession um die Kirche herum, und zwar links herum und rechts herum, es ergeben sich so mehrere Umgänge. Auch hier wird Weihwasser reichlich gespendet.

In der Kirche hat sich links ein Chor aufgestellt, auf der anderen Seite werden aber auch Lieder angestimmt. Auffallend ist das Fehlen von Liederbüchern oder Textblättern. Die rituellen Handlungen sind uns lateinischen Katholiken wenig geläufig. Einige Handlungen sind dagegen besonders kräftig. Das Händewaschen und  Trocknen zur Opferung an einem übergroßen Handtuch ist deutlich erkennbar. Die Kommunion wird unter beiden Gestalten gereicht, wobei die Darreichung mit einem kleinen Löffel erfolgt.

Zum Abschluß, nach mehr als zweieinhalb Stunden, hält Bischof Milan eine weitere Ansprache. Er spricht von einer offenen Kirche, die jeder besuchen kann. Unabhängig von Konfession, Nationalität oder politischer Meinung soll und kann jeder diese Kirche betreten und beten. Die Kirche soll auch an Werktagen stets offen sein.

Die Freude steht allen im Gesicht geschrieben. Ständig erklingen neue Lieder, der Bischof singt aus voller Kraft mit. Es will kein Ende nehmen. Gegen drei Uhr verlassen die ersten den Kirchenraum.

Zum Abschluß singen auch wir Wallfahrer ein Lied in deutscher Sprache begleitet von Paul Guter mit seiner Trompete.

Gerne folgen alle Wallfahrer der Einladung zum gemeinsamen Essen in der Schule. Wie schon am Vortag in Demidowka erleben wir auch hier  reich gedeckte Tische. Die Aula der Schule ist voll besetzt. Es kommt zu guten Gesprächen, da einige junge Priester in Österreich studiert haben und sich verständigen können. Auch wenige ukrainische Gäste verstehen deutsch.

Auf Nachfrage sagt Bischof Milan, dass 1947 mit der Entwendung der Kirchen auch alles liturgische Gerät  verloren ging. Wenn jemand mit liturgischen Geräten helfen kann, so kann er sicher sein das es benutzt wird. Sicher wird es nicht im Safe oder in Kammern ungenutzt herumstehen.

Mit Bischof Milan fahren wir nach Rutnikowa, dem Ort für den nächsten Kirchenbau. Rutnikowa liegt ebenfalls in den Karpaten, etwa eine Autostunde von Turja Bistra entfernt. Die Fundamente der Kirche sind bereits gegossen.

Teilweise ist das Gelände auch schon wieder zugewachsen. Wir treffen den örtlichen Pfarrer und gehen in ein Wohnhaus, dem Wohnhaus des Pfarrers, sehen einen Raum als Kirchenraum hergerichtet und einen Raum mit Sitzbänken an den Wänden. So sehen wir die tatsächliche Situation dieser Kirchengemeinde des Behelfs auf engem Raum.

Victor erzählt im kleinen Kreis hier von seiner Jugendzeit in Kasachstan, bevor seine Eltern nach Ostpreußen umgesiedelt sind. Man hatte dort keinen Priester. Man traf sich zum Gebet im Wald. In Wohnungen sei es zu gefährlich gewesen.

Damit hat KfdO von Bischof Milan mündlich einen neuen Auftrag erhalten. Der Vorstand hat nun zu prüfen ob er dem Wunsch des Bischofs entsprechen kann.

Vor seiner Abreise lädt Bischof Milan die Wallfahrer ein, Morgen, Montag, mit ihm in Uzgorod im Priesterseminar um acht Uhr die Hl. Messe zu feiern. So verabschieden sich alle vom Bischof nach einem Tag voller Erlebnisse, Freude und Dankbarkeit.


Montag, 24.07.2006

Am Montag gehen wir rechtzeitig zum Bus zur Fahrt nach Uzgorod und weiter nach Budapest. Die Fahrt dauert länger als geplant und wir erreichen den Bischof nicht mehr. Pater Bonifatius feiert mit uns in der Kapelle des Priesterseminars die Messe. Wir Frühstücken, sehen uns das Seminargebäude an und fahren in Richtung Budapest zum Grenzübergang bei Chop. Hier dauert die Prüfung der Pässe etwa eine Stunde. So erreichen wir am Nachmittag den Heldenplatz in Budapest, wo ein Stadtführer zusteigt und uns bei einer Stadtrundfahrt die Sehenswürdigkeiten zeigt.

Vom Hotel, nahe dem Stadtzentrum und mit Blick auf die Donau machen einige noch einen abendlichen Gang zur Donau und über die berühmte Kettenbrücke.

Dienstag ist der letzte Tag unserer Reise. Früh reisen wir in Budapest ab. Wie in den Erstfassungen der Reiseplanung vorgesehen, sind wir mittags in der Abtei der Zisterzienser, im Stift Heiligenkreuz.

Hier feiern wir die letzte Hl Messe dieser Fahrt.

In seiner Predigt bittet Pater Bonifatius nicht so sehr das eigene Wissen um Details in den Mittelpunkt des Glaubens zu stellen. Damit sind Aussagen von Erscheinungen und Schauungen heiligmäßiger und heiliger Persönlichkeiten gemeint von denen wir in den vergangenen Tagen gehört haben. Im Mittelpunkt habe stets das Wort Gottes, die Lehre der Kirche, zu stehen. Das ist in der Schrift geoffenbart.

Gegen sechs Uhr abends erreichen wir den Ausgangspunkt dieser Wallfahrt am Sitz der Firma Heigl in Rohr i. NB .

Mit guten Wünschen verabschieden wir uns. Wir sind froh diese Wallfahrt mitgemacht zu haben.
 

Josef Werner, Recklinghausen


l: Nordansicht, m: Kirchengemeinde, r: Bischof und Paul Guter großer "Gott wir loben dich"


l: M.Philp, K. u. E. Bundschuh, m: B. Thoma u. Bischof Sasik, r: Die Wallfahrtsgruppe in Rutnikowa

l: Busfahrer Ernst, m:ukrainische Sonnenblumen, r: Busfahrer Helmut


l + m: Hotel Taras, r: Blick über die Karpaten


l: Frühstück im Priesterseminar Uschgorod, m: Budapest bei Nacht, r: Blick über Budapest


l:Hl. Kreuz bei Wien, m: Hl. Messe mit P. Bonifazius, r: Hl. Kreuz bei Wien

Die internationale Reisegruppe aus der Schweiz, Deutschland und Bayern vor der Kirche in Krakau

>> Die Ausbildungstischlerei Demidovka

>> Wie eine Kirche entsteht, vom Grundstein bis zur Kirchenspitze


Programm der Reise im Überblick

Wallfahrt zur Kircheneinweihung in die Ukraine
mit dem griechisch-katholischen Bischof Milan Sasik


Donnerstag, der 20. Juli 2006
05:30 Uhr          Abfahrt bei der Fa. Heigl, Münchner Str. 29, 93352 Rohr NdB,                 www.heigl-reisen.de
06:00 Uhr        
Regensburg HbF

Fahrt über Chemnitz, Dresden nach Tschensdochau,(schwarze Madonna), Besichtigung, Weiterfahrt nach Katowyze Übernachtung im  Kloster, Mittagessen fakultativ.

 
Freitag, der 21. Juli 2006

07:00 Uhr          Hl. Messe im Kloster
07:45 Uhr          Frühstück, Fahrt nach Krakau, Sr. Faustina, Besichtigung Marktplatz und Domkirche mit Führung, Weiterfahrt nach Lemberg, Stadtbesichtigung, Übernachtung

 
Samstag, der 22. Juli 2006

07:00 Uhr          Hl. Messe, Frühstück, Weiterfahrt nach Demidovka, Einweihung der Ausbildungstischlerei, (ein Projekt von KfdO), Festakt, Fahrt nach Turja Bistra über die sehenswerten Karpaten, Übernachtung

 
Sonntag, der 23. Juli 2006
08:00 Uhr         Frühstück, anschl. feierliche Prozession zur Kircheneinweihung
12:00 Uhr         Kircheneinweihung mit H.H. Bischof Milan Sasik, Segnung und Gottesdienst, anschließende Feierstunde mit ukrainischen Darbietungen, Fahrt zum Hotel, Übernachtung

 
Montag, der 24. Juli 2006

7:30 Uhr           Frühstück, Hl. Messe, Abfahrt nach Budapest, Mittagessen fakultativ, am späten Nachmittag Stadtrundfahrt in Budapest mit Führung, Übernachtung,

 
Dienstag, der 25. Juli 2006
08:00 Uhr        
Hl. Messe, Frühstück, Heimfahrt, Ankunft in Regensburg HBF ca., 17:00 Uhr